Eindrücke und Bemerkungen aus dem täglichen Leben

Es gibt immer wieder Dinge, die erwähnenswert sind, die das Leben in Thailand anreichern oder leider manchmal auch verdrießen. Alles zusammen ergibt sich daraus aber ein Kaleidoskop an Eindrücken, das hilft, sich ein genaueres Bild von Thailand zu machen.
(Meldungen auf dieser Seite werden Sie nicht im Buch finden, nur hier.)

(2-6-16) Fündig geworden: Oldtimer in Thailand

(Die Oldtimer-Bilder von Anfang April habe ich inzwischen auf eine eigene Seite gesetzt)
Wie ich die Tage ein bisschen recherchiert habe zum Thema Oldtimer in Thailand, da kam ich auf zwei bemerkenswerte Informationen:
Zum einen, und vielleicht schon bekannt, daß einer der Bewerber für das Amt des buddhistischen Patriarchen (höchster Rang innerhalb Thailands) ein Abt namens „Somdet Chuang“, ein Sammler und Besitzer alter Autos ist. Angeblich soll er über 100 haben, die meisten davon alte Benz‘. Nun ist der Gutste aber bereits mit 14 Jahren in den Orden eingetreten, kann also nicht vor der Ordination so viel Geld verdient haben, daß er davon die Oldtimers gekauft hätte.

Alter Mercedes 300
Alter Mercedes 300. – Photo: The Nation, Bangkok.

Und als Mönch hat er ohne „irdische Besitztümer“ zu leben, nur Gewand, Bettel-Schale, Nass-Rasierer und Wasser-Sieb darf er offiziell besitzen. Trotzdem hat er wie gesagt einen großen Fuhrpark, selbst wenn der offiziell dem Kloster gehören dürfte, er ist der Chef im Kloster, er schafft an. Der Tempel erfreut sich logischerweise der gehäuften Besuche von Oldtimer-Enthusiasten. Und jeder wird einen Almosen da lassen, so ähnlich wohl wie es in der katholischen Kirche mit dem Opferstock gemacht wird. Nun wird gegen den Abt ermittelt, wegen Zollvergehens, weil einige der Oldtimer nicht verzollt wurden. Die Regierung will ihm jetzt die alten Autos wegnehmen. Könnte natürlich passieren, daß dabei die meisten der Oldtimer „bei der Beschlagnahme verloren“ gehen…

Das zweite ist ein Museum für Oldtimer, eine gute Auto-Stunde von Bangkok entfernt, in dem ca. 500 Teile ausgestellt sind, angefangen von Hochrädern bis zu zwei Bussen, aber auch Flugzeuge gleich am Eingang. Das Museum gehört einem Thai, der damit reich geworden ist, Feuerwehr-Zubehör zu liefern. Dürfte auch sehr lukrativ sein, mit viel „Nebengeräuschen“ Interessant auch, daß ein Mitbegründer des Museums ein Deutscher mit Namen Arthur Bohnert ist, der auch Thai kann. Es gibt – auf Thai allerdings nur – ein YouTube-Video, in dem ein paar alte Heinkel, Isettas etc. gezeigt werden. Ich will das noch ein bisschen genauer wissen und werde dann hier auch darüber berichten. Und ca 20 Bilder gibt es hier in picassa, alle von Paul Martini.

KM 255aMannheimer Polizei-Isetta
Zwei Citroens links, und rechts eine Polizei Isetta (BMW) aus Mannheim,  Photos: Paul Martini

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(23-1-16) Ökumenischer Neujahrs-Empfang

Der Empfang, von beiden christlichen Glaubensrichtungen zusammen ausgerichtet, fand in der evangelischen Gemeindestätte in Bangkok statt, etwas versteckt, aber dafür recht zentral gelegen. Wie das mit der Ökumene hier in Thailand funktioniert, wollte ich wissen, denn immerhin noch vor 400 Jahren hatten sich beide Richtungen 30 Jahre lange bekriegt. Aber ich war angenehm überrascht, sowohl Pfarrer und Pastoren als auch die Gemeinden kommen prima miteinander aus, ohne Seitenhiebe oder Sticheleien. Beide Gemeinden sind klein und freuen sich logischerweise über weiteren Zulauf, sowohl in Bangkok als auch in Pattaya, wo es jeweils Begegnungsstätten gibt.
Es fing an mit einem Gläschen Sekt zur Begrüßung, ein kleines Buffet und danach eine kurze Ansprache und eine Rückschau über das vergangene Jahr als auch Vorschau auf das, was das laufende Jahr noch bringen wird. Zum Abschluss hin gab’s noch ein gemeinsames Singen (ohne mich, ich kann nicht singen, punktum) und auch wenn es abgedroschen klingen mag, insgesamt war es eine gelungene Sache, mit viel Gesprächen und auch ich als „Neuer“ hatte keine Distanz zu überwinden. Wer religiös ist oder in dieser Richtung interessiert ist, für den kann man beide Gemeinden ehrlich empfehlen. Zu erreichen sind sie über das Web (kath.: www.gemeinde-bangkok.com bzw. evang.: www.die-bruecke.net), wo sich auch weitere Kontaktmöglichkeiten finden.

Heilige Nacht von TAWEE ANUSASNEE

Thai Version der Heiligen Nacht, in der St.Clemens-Kapelle in Pattaya zu finden, von dem Künstler Tawee Anusasnee.

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(Anfang Januar) Neues vom Panthip Plaza

Dieser Tage war ich mal wieder im Panthip Plaza, das seit scheinbar ewigen Zeiten das Bangkoker Zentrum für alles rund um Computer ist. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe weitere Schwerpunkte für Computer-Material und Software, z.B. Fortune Town (Rachadapisek Road), Seacon Square (Srinakharin Road), Future Park Rangsit und andere. An der Kreuzung Pratunam wirbt jetzt das Palladium Shopping Center mit seiner IT Abteilung, Luftlinie 300 Meter vom Panthip entfernt.

Über die Jahre habe ich so meine Favouriten im Panthip gefunden, z.B. für Harddisks, für Laser-Toner und so. Bis vor etwa 10 Jahre gab es im Panthip auch noch illegale Software, illegal hergestellte als auch (in Thailand illegale) Porno-CDs,- „Hey Mister, sexy movie!“. Aber die Piraten sind ins „Mah Boon Krong“ abgewandert, weil im Panthip die Vorwarnzeit bei Razzien zu kurz war. Sei’s drum!

Aber über die letzten ein, zwei Jahre haben im Panthip mehr und mehr Shops zugemacht, angeblich, wegen Renovierung des ganzen 5-stöckigen Gebäudes. Aber man sieht keine Arbeiten. Wahrscheinlicher ist da, daß die Betreiber die Mieten so hochgetrieben haben, daß sich viele Shops nach Alternativen umgeschaut haben und ausgezogen sind, sobald ihnen etwas günstiger erschien. Inzwischen sind etwa 50% der Läden dicht.

Panthip Innenansicht
Panthip Innenansicht

Und darum bin ich neulich ins nahe gelegene Palladium gegangen, um zu erkunden, was sich dort mit IT so tut. Der 5. Stock ist komplett für IT vorgesehen, aber ach, oh weh, das ist alles noch ganz in den Anfängen, eine Reihe Shops noch nicht mal vermietet, andere werden noch eingeräumt, und das Personal neu angeworben, so neu, daß sie noch nicht mal wissen, was sie verkaufen, und dann erst recht nicht, was das Zeugs so kostet.
Ich schätze, die brauchen noch ein Jahr oder so, bis sie eine ernsthafte Konkurrenz zum Panthip werden können. Im Panthip mögen zwar Shops zugemacht haben, aber die größeren Ketten wie JIB, Banana IT oder Hardware House sind noch immer präsent. Und nirgendwo ist alles so nahe beieinander, ohne große Wege, wie im Panthip. Ich glaube meine alte Liebe rostet nicht,- noch nicht.

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(7-9-15) Neulich in Din Daeng:

Ich bin, auch nach so langer Zeit, immer wieder überrascht über die Freundlichkeit der Thais, wenn man einmal nicht mit „touristisch verdorbenen“ Thais oder solchen zu tun hat, die einem das Geld aus der Tasche ziehen wollen.
Wegen einer Kleinigkeit war ich auf der Sozialversicherungs-Zentrale, in Din Daeng in Bangkok, um eine kleine Rechnung einzureichen und etwas zu erfragen. Jetzt könnte man meinen, Sozialversicherung, das ist nicht für die „reichen“ Ausländer gedacht, sondern für die „armen Thais“. Aber weit gefehlt, ich habe einen Super-Service bekommen – meine Rechnung konnte ich allerdings nicht einreichen, da Unterlagen fehlten – und drei quasi-Beamte haben sich um mich gekümmert und sich die Zeit genommen, alle meine Fragen ausführlich zu beantworten. Das war so nett, da hat man fast Lust wiederzukommen. Einzige Einschränkung: Meine Thai-Kenntnisse haben das sehr erleichtert. Aber in gebrochenem Englisch wäre es auch gegangen.
Wenn man also mal wieder von unverschämten Thais die Nase voll hat (die gibt es ja leider auch), dann sollte man sich vergegenwärtigen, daß es immer noch unzählige Thais gibt, die sich freuen, daß wir da sind und die wirklich hilfsbereit sind.

Mit-Arbeiterinnen
Zwei ehem. Kolleginnen in einem Industrie-Gebiet, fernab vom Tourismus.

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(7-9-15) Thai Obst: Das will ich Ihnen nicht vorenthalten:

Und ebenso neulich (ehrlich!) habe ich eine relativ ausfühliche Seite zum Thema Thai Obst gefunden. Und zwar hier: www.thaileben.net/bildberichte/fruechte.php. Die Seite „Leben in Thailand“ wird von Jürg in Ubon gemacht. Ich selbst bin gut im Essen, aber nicht im Essen zubereiten. Deswegen kenne ich mich auch nur so aus, daß ich nur unterscheide zwischen „schmeckt gut“ und „schmeckt nicht“.

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(9-9-15) Wer will da drinnen wohnen?

Zombie-Silo Bangkok
Beispiel für so ein „Regal-Lager für Zombies“. Man beachte die „Verschönerung“ ganz oben…

Wenn ich mir die Wohn-Hochäuser der letzten paar Jahre in Bangkok anschaue, dann vermute ich stark, daß Thailands Architekten auf bewußtseinsverändernden Drogen sind, während sie arbeiten. Was da Wohnungseigentümern und -Mietern zugemutet wird, das ist schon starker Tobak. Die Blöcke sehen so was von menschenfeindlich aus, nur gerade, geometrische Linien im 90 Grad Winkel, über die Kanten hinaus verlängert als Design-Statement,- Wer soll denn da wohnen? Menschen sicherlich nicht, das sieht eher so aus wie eine Lager-Regalwand zum Parken von Roboter.
Da ist nichts Rundes an den Gebäuden, keine geschwungene Linie, nichts Natürliches. Oft nicht mal etwas Grün um das Gebäude herum,- das würde ja die Kosten anheben ohne Nutzen.
Das muß doch auf die Psyche durchknallen! Daß die Leute drinnen sich wie Roboter fühlen, uniform, austauschbar, unpersönlich, reduziert auf die Appartment-Nummer.
So produziert man Minderwertigkeits-Komplexe. Und Gewalt. Durch die, die aus dieser Situation ausbrechen wollen, anders sein wollen, überhaupt: jemand sein wollen, aber nicht genau wissen, wie sie das anstellen sollen.

Hausecke in Phnom Penh
Runde Häuser-Ecken in Phnom Penh, Kambodscha. Das sieht natürlicher aus als Bangkoks Beton-Klötze

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(16-9-15) Pattaya total abgesoffen…

Nicht am Alkohol, und wenn, dann wäre das wohl auch keine Erwähnung wert.
Nein da kam so ein Rest-Taifun von Vietnam herüber und legte Pattaya lahm. Ich wollte eigentlich Freunde besuchen, konnte aber erstmal das Hotel nicht verlassen, ohne durch die Fluten zu waten. Das passiert leider immer wieder mal, so ein oder zwei Mal im Jahr. Dann regnet es, als würde jemand dafür bezahlen.
Und die Kanalisation von Pattaya ist da schlicht überfordert. Normalerweise ist die Beach Road dann im Handumdrehen unbegehbar und unbefahrbar, zumal ab einem bestimmten Wasserstand nicht mehr erkennbar ist, wo die Bordsteinekante lang läuft. Die Second Road, die parallel zur Beach Road läuft, ist dann auch streckenweise unpassierbar und auch die Central Road hat Senken, in denen dann das Wasser sich meterhoch „sammelt“. Selbst Busse müssen dann umdrehen. Ein rechtes Chaos.
Jenseits der Sukhumvit Road geht es etwas die Hügel bergan, und da schießt dann das Wasser mit einer affenartigen Geschwindigkeit die Straßen hinab, daß es selbst Autos mitreißen kann, aber auch unvorsichtige Fußgänger.
Was tun? 1. Ruhe bewahren, denn auch sowas geht vorbei. 2. Hoffentlich genug zu essen und zu trinken in erreichbarer Nähe haben (Stichwort Kühlschrank) und 3. sich damit abfinden, daß das so bleiben wird, solange korrupte Politiker und Beamte mit oder ohne Uniform das Sagen haben, genauer: Die Hand aufhalten. Ach ja, und 4. den Mund halten, denn seit kurzem ist es offiziell: Der Regierungschef und die anderen Generäle haben angeordnet, daß jeder, der die Regierung kritisiert automatisch auch ganz Thailand kritisiert. Lob ist allerdings (noch) nicht verboten.

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Am Samstag im Kaufhaus…

Paragon Shopping Center und Slums
Hinten das Siam Paragon, vorne Slums.

…wollte ich mir ein paar deutschsprachige Bücher besorgen. Dazu war ich ins „Siam Paragon“ gefahren, das nicht nur ein riesiges Aquarium hat, sondern mit dem Kinokuniya Bookshop auch die größte Buchhandlung in Bangkok. Das Paragon, seinerzeit Premier Taksins liebstes Shopping-Center, ist nicht nur riesig, es steht auf einem Gelände-Komplex zusammen mit dem Steigenberger Hotel Bangkok und dem fast genauso großen „Siam Center“ Shopping Complex.

Und da ist es mir prompt passiert, daß ich mich verlaufen habe. Unvorstellbar! Ich kam dann irgendwo raus an die frische Luft, aber hatte keine Ahnung, wo genau ich gerade war. Allerdings standen ein paar Wachleute herum, die ich dann gefragt habe, wo ich lang mußte.

Was mich aber beeindruckt hat ist, daß der Besuch eines solchen Shopping Centers wohl für die Thais das gleiche ist wie für eine deutsche Familie ein Wochenend-Ausflug zu einer Wirtschaft im Grünen. Da wird die ganze Familie eingepackt, von der Oma bis zum Enkel im Kinderwagen. Einkaufen ist dabei keine Pflicht, aber man kann ja mal schauen, was so alles von den Schönen und Reichen getragen und benutzt wird. Und wenn, dann wird nur eine Kleinigkeit irgendwo gekauft, wo es schöne Einkaufstüten gibt, damit kann man nämlich zu Hause Eindruck schinden: „Boah, schau, die waren im Paragon!“ sollen die Nachbarn staunen.

Irgendwo in einem der unzähligen Cafes, sitzen dann 5 oder 6 Leute an einen kleinen Tisch gezwängt, jeder eine Tasse Kaffee oder – ganz avantgardistisch – Cappucino vor sich, und bitte nicht so schnell austrinken. Dazu sieht man Oma genüßlich auf einem furchtbar süßen Stück Kuchen rumlutschen, denn mit ihren letzten verbliebenen Zähnen darf sie nichts Hartes mehr beißen. Aber Oma ist quietschvergnügt. Mal wieder die ganze Familie zusammen am Ausgehen, und ausgerechnet in diesen super-modernen Luxus-Tempel. Davon hat sie früher mal, zu Hause auf dem Dorf, vielleicht mal geträumt, aber jetzt ist sie wirklich hier, im Kreise der Kinder und Enkel. Da muß man jeden Augenblick genießen, wer weiß, wann so eine Chance wieder kommt. Die Enkel sind aber nur beschränkt beeindruckt. Auf eigene Faust dürfen sie nicht auf Erkundung gehen und die meisten Sachen in den Auslagen sind für Erwachsene und die paar Sachen, für die sie sich interessieren, die sind einfach schön, aber so teuer, daß die Eltern das nie bezahlen würden. Aber immerhin, es ist angenehm kühl herinnen und auch die Schwüle ist draußen geblieben. Und der jüngste Fratz liegt im Kinderwagen und pennt selig, denn in der Kühle des Paragon schläft sich besonders gut.

Derweil die Eltern versuchen, alles unter Kontrolle zu behalten und dabei auch noch etwas von dem Flair der großen weiten Welt mitzubekommen. Man kann sich das ja auch nicht jeden Tag leisten. Er? Er denkt vielleicht, gestern ein Malocher, morgen ein Malocher, aber heute ein Mann von Welt, in der Sphäre der Großen und Reichen, wie selbstverständlich. Sie freut sich einerseits schon, vor allem wo es all die schönen Sachen und edlen Parfums gibt, aber dahinter lauert die Sorge, was das alles wieder kostet, denn sie muß die Rechnung bezahlen und der Betrag wird sicherlich ewig hoch sein. Aber egal, was nicht teuer ist, das kann auch nicht gut sein, das hat sie schon von klein auf gelernt. Und wenn sie auch die Rechnung bezahlt, das Geld verdienen muß ja ihr Mann, sie muß es nur verwalten. Und heute ist Wochenende, das muß man doch ausnutzen, wenn alle zusammen mal Zeit haben.

Und alle bis auf die Kids werden abends nicht zur Ruhe kommen, denn der Kaffee war so stark und ungewohnt und der Ausflug in die Welt der Reichen einfach auch aufregend. Das ist doch was anderes als abends in der Vorstadt-Kneipe oder der Dorf-Kneipe bei selbst gebranntem Schnaps zu sitzen und ins Fernsehen zu glotzen…

Ach ja, deutsche Bücher habe ich im Kinokuniya vergeblich gesucht…

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Heiratet einen Ausländer!

Phuea Thai Politiker Sunai Julapongsathorn
Thai Politiker Sunai Julapongsathorn

Kürzlich stolperte ich mal wieder über diese Meldung – sie ist von 2012 – und dachte mir, ich stelle sie mal hier rein, denn sie ist bezeichnend für die Einstellung vieler Thais. Und vielleicht auch eine gute Warnung für all die gutgläubigen Europäer. (Die original-Meldung in Englisch: http://bangkok.coconuts.co/random/mp-urges-thai-women-marry-a-farang-for-an-easier-life/).

[Anfang]
(In runden Klammern sind Bemerkungen von mir)
Ein Thai Abgeordneter kam in Bedrängnis wegen eines umstrittenen Vorschlags für arme Thai Frauen, die ein angenehmes Leben haben wollen: „Findet einen Farang (=Ausländer) als Ehemann.“

Der Spruch der Pheua Thai Abgeordneten Sunai Julphongsathorn sorgte für eine Welle der Beschwerden auf Thai Web Foren, nachdem ein Video-Clip seines Vorschlags auf YouTube veröffentlicht wurde.

Das 12-Minuten Video war offensichtlich am 19. August (anno 2012) während eines Seminars in einer Schule in der Provinz Samut Prakarn (Nachbar-Provinz südöstlich von Bangkok) gemacht worden.

Sunai rät der weiblichen Zuhörerschaft unter den etwa 1.000 „Rothemden“, einen ausländischen Ehemann zu finden um ein angenehmes Leben zu führen, denn „europäische Regierungen geben einem alles umsonst“.

Sunai sagte weiter: „Besorgt Euch einen deutschen Ehemann. Einen schwedischen Ehemann. Einen norwegischen Ehemann. Die Leute haben Thailand ohne Einschränkung geliebt. Je mehr sie das Land geliebt haben, desto ärmer wurden sie. Und je mehr sie das Land geliebt haben, desto dümmer wurden sie.“

„Alles was ihr machen müßt, ist einen Ausländer zu heiraten und deren Regierung wird Eure Ausbildung bezahlen“ sagte er.

Noch kontroverser ist seine Andeutung, daß der beste Weg „eine ausländische Sprache zu studiern“ sei, mit einem Ausländer zu schlafen. „Im Sitzen zu lernen dauert zu lange. Legt Euch flach zum Lernen, und wenn es soweit ist, dann geht Ihr ins Krankenhaus zum Entbinden. Es ist alles umsonst, bis hin zu den Windeln.“

Viele Internet-Besucher waren stinksauer über Sunai’s Bemerkungen. Sie wären absolut unangemessen für einen Parlamentarier, speziell von der Partei Phuea Thai, deren Partei-Chefin, Yingluck Shinawatra, als erste weibliche Regierungs-Chefin Thailand regiert.

Später sagte Sunai den Reportern, daß es nicht vorhatte, Thai Frauen zu  beleidigen. Er habe nur aufzeigen wollen, wie weit der thailändiche Staat mit den Sozialleistungen hinterher hinke im Vergleich mit europäischen Staaten.

Er sagte, er habe solche Dinge von Zeit zu Zeit erwähnt, weil er wolle, daß Thailand ein vergleichbares Sozialsystem bekommen sollte wie diese Länder, in denen Ausbildung und Mutterschafts-Hilfen kostenlos sei.
[Ende]
(Darum nennt man sie Politiker: Sie sind nie um eine Ausrede verlegen…)

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